{"id":13,"date":"2023-07-18T17:33:13","date_gmt":"2023-07-18T17:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ww2.sibylle-wilcken.de\/?page_id=13"},"modified":"2023-07-18T17:33:13","modified_gmt":"2023-07-18T17:33:13","slug":"wir-kinder-der-kriegskinder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ww2.sibylle-wilcken.de\/index.php\/wir-kinder-der-kriegskinder\/","title":{"rendered":"Wir Kinder der Kriegskinder"},"content":{"rendered":"<h3>Wir Kinder der Kriegskinder<\/h3>\n<p><strong>2020<\/strong>\u00a0schauen wir in Deutschland auf \u00fcber 70 Jahre Frieden in unserem Land.<br \/>\nDoch haben die Schrecken des 2. Weltkrieges Spuren hinterlassen bei der Kriegskindergeneration und dar\u00fcber hinaus bei den Folgegenerationen der Kinder der Kriegskinder. Die\u00a0<strong>generations\u00fcbergreifende Wirkung<\/strong>\u00a0unserer kriegsbelasteten Eltern und Gro\u00dfeltern f\u00fcr uns selbst und unsere Kinder sowie deren M\u00f6glichkeiten zur Aufl\u00f6sung wird in den folgenden Angeboten verdeutlicht.<\/p>\n<h4>Generations\u00fcbergreifende Therapie<\/h4>\n<p>Seelische und k\u00f6rperliche Beschwerden der Kinder der Kriegskinder k\u00f6nnen in Bezug zu den kriegsbedingten unbew\u00e4ltigten Traumata und Lebensthemen der Eltern und Gro\u00dfeltern stehen. Im Rahmen der Generations\u00fcbergreifenden Therapie geht es mir um das Bewusstwerden der generations\u00fcbergreifenden Wirkungsweise und deren Aufl\u00f6sung.<br \/>\n<strong>Was ist eine generations\u00fcbergreifende Traumatisierung?<\/strong><br \/>\nDie generations\u00fcbergreifende Traumatisierung, auch transgenerationale Traumatisierung genannt, besagt, dass viele unserer seelischen und k\u00f6rperlichen Symptome nicht nur in unserer eigenen Pers\u00f6nlichkeit und Biografie begr\u00fcndet sind, sondern dass sie auch ihren Ursprung in den unverarbeiteten Lebensthemen und Traumata unserer M\u00fctter und V\u00e4ter und Gro\u00dfm\u00fctter und Gro\u00dfv\u00e4ter und anderen haben k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen uns also schlecht f\u00fchlen, weil unverarbeitete Lebensthemen und Traumata unserer Vorfahren unsere heutigen Verhaltensweisen und unsere Gesundheit beeinflussen. Generations\u00fcbergreifende Traumata k\u00f6nnen sich dann \u00e4hnlich wie bei pers\u00f6nlich erfahrenen Traumata als \u00c4ngste, Depressionen, Selbstwertprobleme, Bindungsschwierigkeiten, \u00dcbererregung, Schlafst\u00f6rungen, Alptr\u00e4ume, Ersch\u00f6pfung, Schmerzerkrankungen, chronische St\u00f6rungen und als andere Symptome \u00e4u\u00dfern. Wir k\u00f6nnen uns die Symptome der Generations\u00fcbergreifenden Traumata als Sekund\u00e4rtraumatisierung bei den Nachkommen vorstellen, entstanden durch unverarbeitete Prim\u00e4rtraumatisierungen der Vorfahren. Die Symptome der\u00a0<strong>Prim\u00e4rtraumatisierung<\/strong>\u00a0unterscheiden sich meiner Erfahrung nach in der Intensit\u00e4t von den Symptomen der\u00a0<strong>Sekund\u00e4rtraumatisierung<\/strong>. Wenden wir uns kurz der vergangenen deutschen Geschichte zu, so haben die meisten unserer Vorfahren den 1. und 2. Weltkrieg, den Holocaust, den Kalten Krieg, ein geteiltes Deutschland erlebt. Wie wir uns vorstellen k\u00f6nnen sind Kriege eine der gr\u00f6\u00dften seelischen Belastungen f\u00fcr die Menschen. Kriege sind immer mit langandauernder Not und existentieller Bedrohung verbunden. Um zu \u00fcberleben, verdr\u00e4ngen die Menschen ihre Gef\u00fchle und funktionieren. So wird gesch\u00e4tzt, dass der 2.Weltkrieg in Deutschland mindestens 20 Millionen Menschen mit einem direkten Traumaerleben hinterlie\u00df.Dazu geh\u00f6ren auch\u00a0<strong>die Kriegskinder, die Jahrg\u00e4nge von 1930 bis 1945.<\/strong>\u00a0Sie haben Hunger, Flucht, Bombardierungen, Tod von Angeh\u00f6rigen, grausame Erziehungsmethoden, \u00c4ngste der Eltern erlebt, waren Zeuge von Vergewaltigungen und Brutalit\u00e4t. Erst 60 Jahre nach dem Kriegsende wurde auf die Problematik der Kriegskinder geschaut.\u00a0<strong>2005 trafen sich 600 Zeitzeugen in Frankfurt zu dem Kriegskinderkongress. Seitdem gibt es die Generationsbezeichnung Kriegskinder.<\/strong>\u00a0Zu ihnen geh\u00f6ren ca.14 Millionen Menschen, die in der Kindheit schreckliches erlebt haben, aber gar nicht wissen, dass sie kriegstraumatisiert sind. Es wird gesch\u00e4tzt, dass ca. die H\u00e4lfte der Kriegskinder einmalig oder auch mehrmalig traumatisiert wurden. Viele der Kriegskinder, die heute \u00fcber 70 Jahre alt sind, k\u00f6nnen unter einer Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung leiden.\u00a0<strong>Eine Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung ist eine anhaltende Stressreaktion auf traumatische Erfahrungen<\/strong>, die z.B. die Kriegskinder in ihrer Kindheit gemacht haben und die sich erst viele Jahre sp\u00e4ter bei den Betroffenen zeigen kann. Dazu geh\u00f6ren traumatische Symptome wie Angstzust\u00e4nde, Panikattacken, Schlaflosigkeit, Depressionen, Schreckhaftigkeit, S\u00fcchte, und k\u00f6rperliche Beschwerden. Durch die junge Traumaforschung in den 80ziger Jahren sind langfristige Folgen \u00fcberfordernder seelischer Belastungen erst ins Bewusstsein gekommen. Das gilt insbesondere f\u00fcr traumatische Erfahrungen, die in der Kindheit und Jugend gemacht werden, in der die Seele und der Organismus besonders verletzlich sind. Wir d\u00fcrfen uns also bewusst machen, dass das Erbe des Krieges, die seelischen Kriegswunden weiter wirken, in den Kriegskindern, den heute \u00fcber 70j\u00e4hrigen, generations\u00fcbergreifend bei den Nachkriegskindern und den Kindern der Kriegskinder, den Kriegsenkeln (Jhg 55-75 ) und dar\u00fcber hinaus bis heute.\u00a0<strong>Die Langzeitwirkungen des 1. und 2. Weltkrieges in Deutschland d\u00fcrfen wir als eine kollektive Problematik verstehen lernen.<\/strong>\u00a0Uns nachfolgende Generationen belastet das unverarbeitete Leid und die unverarbeitete Schuld unserer M\u00fctter und V\u00e4ter, unserer Gro\u00dfm\u00fctter und Gro\u00dfv\u00e4ter und anderer. Gerade das Unausgesprochene wirkt weiter und wird wiederholt. Aus familiensystemischer Sicht erfahren wir uns immer in einer Wechselbeziehung zu unseren Vorfahren und Nachkommen. Der Familiensystemische Ansatz ist immer generations\u00fcbergreifend. Dass trotz fehlender eigener Erlebnisse nachfolgende Generationen Traumasymptome zeigen k\u00f6nnen, belegen genetische, epigenetische und neurophysiologische Forschungsergebnisse aus den vergangenen Jahren. Die amerikanische Traumaforscherin und Neurowissenschaftlerin Rahel Yehuda spricht von einer Weitergabe von Traumata an 80% der Kinder, wenn beide Elternteile traumatisiert sind. Nach dem 2.Weltkrieg wurden traumatische Gef\u00fchle, das Leid und die Schuld kollektiv verdr\u00e4ngt. Man wollte nach vorne schauen, nie wieder hungern, nie wieder im Elend leben. Die kollektive generations\u00fcbergreifende Traumaweitergabe f\u00fcr die Nachkommen wird auf diesem Hintergrund verst\u00e4ndlich. Heute leben wir Deutsche \u00fcber Jahrzehnte in Frieden und haben dar\u00fcber hinaus vielerlei M\u00f6glichkeiten, Traumata zu heilen, zu transformieren, was uns und unsere Nachkommen entlastet.\u00a0<strong>Therapeutisch<\/strong>\u00a0unterst\u00fctze ich meine Klienten\/ innen zum einen darin, sich ihrer verschiedenen Generations\u00fcbergreifenden Traumata bewusst zu werden und zum anderen\u00a0<strong>durch eine besondere Art der Zur\u00fcckgabe dieser sekund\u00e4ren Traumata an die jeweiligen Vorfahren<\/strong>. Dieser Prozess schafft Entlastung, ver\u00e4ndert Angst- und Paniksymptome, Depressionen, Selbstwertprobleme, Gef\u00fchle von Wut und Hilflosigkeit, \u00dcberforderung und andere Symptome. Es entsteht ein heilsamer Raum f\u00fcr Neues.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Vortrag: Wir Kinder der Kriegskinder &#8211; Was weiter wirkt<br \/>\nGenerations\u00fcbergreifende Traumata und l\u00f6sende Kr\u00e4fte<\/h4>\n<p>Innerhalb des Vortrages wird die Wirkungsweise generations\u00fcbergreifender Traumata aus familiensystemischer Sicht und deren M\u00f6glichkeiten zur Verarbeitung und Aufl\u00f6sung veranschaulicht. Familiensystemisch betrachtet sind wir alle Teil einer\u00a0<strong>Familienseele<\/strong>, der Seele, die Generationen umfasst, in der jeder unbewusst das Schicksal des anderen kennt und als\u00a0<strong>seelisches Erbe<\/strong>\u00a0in sich tr\u00e4gt.\u00a0<strong>Unverarbeitete Lebensthemen, lang vergessene Traumata<\/strong>, die Generationen zur\u00fcckliegen, k\u00f6nnen unsere heutigen Verhaltensweisen und unsere Gesundheit beeinflussen. So stehen viele seelische und k\u00f6rperliche Beschwerden der Kriegsenkel \u2013 Kinder der Kriegskinder \u2013 wie Minderwertigkeitsgef\u00fchle, \u00c4ngste, Depressionen, Bindungsprobleme, Autoaggressionen, Gewalt, Traumata, S\u00fcchte, Erkrankungen in Bezug zu den kriegsbedingten Traumata der Eltern und Gro\u00dfeltern. Aber nat\u00fcrlich sind wir auch mit den St\u00e4rken, Talenten und Lebensweisheiten unserer Vorfahren verbunden. Begeben wir uns auf die Spuren unserer Familiengeschichte, so ergeben sich\u00a0<strong>neue Sichtweisen und Perspektiven<\/strong>\u00a0f\u00fcr uns selbst.<\/p>\n<h4>Workshops und Gespr\u00e4chsrunde<\/h4>\n<p><strong>Meine Gro\u00dfmutter, meine Mutter und ich \u2013 Was weiter wirkt<\/strong><br \/>\nAuf besondere Weise sind wir mit unseren M\u00fcttern und Gro\u00dfm\u00fcttern verbunden. Innerhalb des Workshops \u00f6ffnen wir uns den Lebensgeschichten unserer weiblichen Vorfahren und begreifen deren Wirkung in uns selbst.<\/p>\n<p><strong>Mein Gro\u00dfvater, mein Vater und ich \u2013 Was weiter wirkt<\/strong><br \/>\nAuf besondere Weise sind wir mit unseren V\u00e4tern und Gro\u00dfv\u00e4tern verbunden. Innerhalb des Workshops \u00f6ffnen wir uns den Lebensgeschichten unserer m\u00e4nnlichen Vorfahren und begreifen deren Wirkung in uns selbst.<\/p>\n<p><strong>Ich und meine Kinder \u2013 Was von mir in meinen Kindern weiter wirkt<\/strong><br \/>\nViele unserer Themen wirken in unseren Kindern fort. Innerhalb des Workshops schauen wir auf das, was von uns in unseren Kindern weiter wirkt und suchen nach heilsamen L\u00f6sungen.<\/p>\n<p><strong>Meine Mutter, ich, und mein Kind \u2013 Was weiter wirkt<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mein Vater, ich und mein Kind \u2013 Was weiter wirkt<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beziehungsprobleme und Bindungs\u00e4ngste \u2013 Was weiter wirkt<\/strong><br \/>\nInnerhalb des Workshops begreifen wir die generations\u00fcbergreifende Wirkung von Bindungs\u00e4ngsten unserer Vorfahren f\u00fcr uns selbst und schauen nach M\u00f6glichkeiten der L\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Getrieben, ungeborgen, im Mangel sein<\/strong><br \/>\nGenerations\u00fcbergreifende Belastungen<br \/>\nInnerhalb des Workshops wenden wir uns diesen generations\u00fcbergreifenden Belastungen zu und schauen nach M\u00f6glichkeiten der L\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Famili\u00e4res Erbe \u2013 Gespr\u00e4chsrunde<\/strong><br \/>\nIn vier Gespr\u00e4chsrunden werden wir aus der Biografie unserer M\u00fctter und deren M\u00fctter und V\u00e4ter erz\u00e4hlen. Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche nach dem Erbe unserer m\u00fctterlichen Linie in uns selbst und deren Aufl\u00f6sung.<\/p>\n<h4>Buchtitel zum Thema<\/h4>\n<p>Die vergessene Generation \u2013 Sabine Bode<br \/>\nNachkriegskinder \u2013 Sabine Bode<br \/>\nKriegsenkel \u2013 Sabine Bode<br \/>\nDie deutsche Krankheit \u2013 German Angst \u2013 Sabine Bode<br \/>\nDie geheimen \u00c4ngste der Deutschen \u2013 Gabriele Baring<br \/>\nWir Kinder der Kriegskinder \u2013 Ann-Ev Ustorf<br \/>\nTr\u00fcmmerkindheit \u2013 Kathleen Battke<br \/>\nTraumakinder \u2013 Jens-Michael W\u00fcstel<br \/>\nWolfszeit \u2013 Deutschland und die Deutschen 1945 \u2013 1955 \u2013 Harald J\u00e4hner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir Kinder der Kriegskinder 2020\u00a0schauen wir in Deutschland auf \u00fcber 70 Jahre Frieden in unserem Land. Doch haben die Schrecken des 2. 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